Schulleitung

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BerR Gerhard Metschl

Rede von RSD Klaus Biersack bei der Abschlussfeier 2019

„Nichts ist beständiger als der Wandel!“

 

Da war sie wieder, die Zeit vor der Entlassfeier, die Zeit des Suchens nach einem Thema für die Rede des Schulleiters. Wichtiges aufgreifen, hinterfragen, in die Zukunft transportieren und vielleicht ein paar „wichtige“ Gedanken mitgeben. Und nie war die Auswahl an Themen so groß, ja so unüberschaubar. Aber nach kurzem Nachdenken fiel mir auf, dass alle „großen“ Themen etwas gemeinsam haben. Sie beschäftigen sich mit Veränderungen.

Nicht langsamen, sondern immer schneller werdenden.

 

Gilt das auch für uns persönlich?? Für unsere Abschlussschülerinnen und Abschlussschüler? Für unsere Schule?? Wurde früher das Augenmerk auf möglichst gute Noten gelegt, damals war man noch im Kampf mit vielen anderen Bewerbern um eine gute Ausbildungsstelle, so wird heute Wert auf Teamarbeit, auf soziales Denken und nachhaltiges Handeln gelegt. Das möchte ich kurz beleuchten und den Bedeutungswandel darlegen.

Wurde man noch vor Jahren schief angeschaut, wenn man sich eine Solaranlage aufs Dach baute, so haben wir heute selbstverständlich eine solche auf dem Dach unseres ersten Bauabschnitts. Die Anlage speist bereits seit einigen Wochen ein. Und bei der letzten Baubesprechung haben wir uns über eine Zisterne unterhalten.

Super! Wir investieren in die Zukunft!

 

Am Montag dieser Woche waren wir mit einigen Schülern der 7. Klasse in München in die Residenz eingeladen. Mit ihren Klassen hat unsere Lehrkraft für Haushalt und Ernährung (ab neuem Schuljahr Gesundheit und Ernährung) im Unterricht das Thema Verbraucherverhalten/Plastikmüll in den Focus gerückt und mit den Schülerinnen und Schülern ein Plakat zum Vermeiden von Plastikmüll gestaltet, dass so gut gelungen war, dass uns die beiden Minister Prof. Dr. Piazalo für Unterricht und Kultus und Thorsten Glauber für Umwelt und Verbraucherschutz eine Urkunde und einen Geldbetrag überreichten. Ihr findet den zugehörigen Artikel heute in der MZ! Und ich bin mir sicher, ihr habt ihn schon gelesen, denn in eurem Alter nutzt man bereits täglich vielerlei Informationsquellen. Und dazu gehört die tägliche Zeitung, analog oder digital.

 

Aber unser Engagement für die Umwelt und die Menschen reicht noch weiter zurück. Im Jahr 2013, nach einem Vortrag über den ökologischen Fußabdruck hat Frau Metz mit Schülern begonnen, nachhaltig an der Schule zu arbeiten und zu wirken und Aktionen von OXFAM und Fair-Trade zu initiieren und zu betreuen. Dieses Schuljahr im Oktober konnte unser Team die Auszeichnung einer Fair-Trade-Schule aus den Händen der Organisation und der Ministerialbeauftragten, Frau Kinzinger, entgegennehmen. Frau Metz hat einmal süffisant bemerkt, dass bei uns der FfF (Friday for future) eigentlich als MfF (Monday for future) schon längst als Tag des Wahlfachs „Zukunft“ etabliert ist.

Und in einem Gespräch mit unserem Hausmeister, Herrn Graßmann, wurde die Idee geboren, doch auf das Mähen unseres Hanges zu verzichten und ihn als Blühwiese zu belassen. Vielleicht war es Zufall, aber zwei Tage später regte das Landratsamt ebendies an. Nur zweimal im Jahr wird die Wiese gemäht, und zwar diese Woche am Wochenanfang. Alles Aktionen, die Mut machen!

 

Und eine weitere Aktion zeugt vom Wandel des Denkens. Das neue Wahlfach „Arbeiten mit Herz-soziale Berufe in der Region“, bei dem am Anfang der Woche unser Bürgermeister, Herr Gesche, in Anwesenheit der beteiligten Organisationen, dem BRK-Seniorenheim Burglengenfeld, dem städtischen Josefine Haas-Kindergarten, dem heilpädagogischen Zentrum auf der Burg und der Asklepios-Klinik Burglengenfeld die Urkunden überreicht hat, fand großen Zuspruch. In Ausbildung und Praktika engagierten sich Schülerinnen und Schüler in sozialen Einrichtungen der näheren Umgebung und lernten so, Verantwortung zu übernehmen. Mit diesem Wahlfach wurde, neben vielen anderen, das Prädikat KOMPASS-Schule, das sich unsere Schule erworben hat, und das wir

seit zwei Jahren besitzen, vorangetrieben. Dabei habt ihr euch eingesetzt als Tutoren, bei den Streitschlichtern, aber auch in Musikgruppen und in der SMV.

Wir wollten neben den MINT-Berufen auch die sozialen Berufe nicht vergessen.

 

Auch für Euch, liebe Absolventinnen und Absolventen, steht – wieder einmal - ein Wandel an. Der letzte große Wandel für die meisten von euch war vor sechs Jahren beim Übertritt an die Realschule. Damals wurden aus einem Klassenlehrer die Fachlehrkräfte und ab der 6. Klasse hattet ihr, den Räumlichkeiten geschuldet, kein festes Klassenzimmer mehr, sondern ihr durftet euch nach jeder Stunde bewegen und die einzelnen Fachräume aufsuchen. Ihr habt gelernt, nicht nur für euch, sondern auch in einer Gruppe zu arbeiten, für andere Verantwortung zu übernehmen, mitzudenken und mitzuhandeln, ohne seine eigene Identität aufzugeben.

Was konnten wir euch als Schule noch mitgeben? Wie konnten wir euch verschiedene Lebensentwürfe vorstellten, nicht immer geradlinig, aber Mut machend. Am letzten Donnerstag hatten wir einen Aussteiger aus der rechten Szene eingeladen. An ihm haben wir gesehen, dass einer begonnen hat, nachzudenken und seinen Lebensentwurf radikal geändert hat. Dazu ist immer Zeit, man muss es nur wollen und zur richtigen Zeit die richtigen Freunde und Hilfe finden.

 

Für viele von Euch war der Skikurs in der 7. Klasse die erste Möglichkeit, einmal auf den Brettern zu stehen und etwas Neues auszuprobieren, ebenso wie in den letzten beiden Wochen der Tanzkurs und am Samstag letzter Woche der Abschlussball. Gut habt ihr euch geschlagen, wobei das Wort geschlagen nicht wörtlich zu nehmen ist. Einige von euch sind ja direkt über das Tanzparkett geschwebt. Mein nachträgliches Kompliment! Unsere schulisch prekäre Situation beim Sportunterricht, wir haben immer noch eine Einzelhalle, ließ es leider nicht zu, euch auch sportlich zu fördern. Das was wir leisten konnten, wie Wahlfach Jonglieren, Fußball Mädchen und Knaben mit beachtlichen Erfolgen und nicht zuletzt die Möglichkeit, das Bulmare zu benutzen und dort Schwimmunterricht zu erteilen, konnten nicht wirklich mit der Situation versöhnen.

 

Durch all diese vielen Anregungen, die ihr an der Schule – zu aller erst von euren Lehrerinnen und Lehrern bekommen habt, und die dabei sehr kreativ waren, seid ihr bestens - nicht für alles, das haben wir nicht geschafft und konnten es auch nicht - aber für möglichst vieles, was ihr in eurem weiteren Leben braucht, vorbereitet. Nutzt es, baut es aus, bleibt niemals stehen, wandelt euch immer wieder neu.

 

Denn nichts ist beständiger als der Wandel!

 

Euch und euren Familien alles Gute für die Zukunft.