Zum Ersten Weltkrieg nach Ingolstadt

Exkursion der Klassen 9b und 9d ins

Bayerische Armeemuseum

Am Dienstag den 19.12.2017 brachen die beiden

9. Klassen der Realschule mit ihren Lehrkräften Bernd Kupsch, Jennifer Lippl

und Stefan Münsterer nach Ingolstadt auf. Dort wurde die Ausstellung über den

Ersten Weltkrieg besucht. Dieser liegt inzwischen schon 100 Jahre zurück und

die Erinnerung an die „Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts“ verblasst immer

mehr, weshalb die Burglengenfelder Schülerinnen und Schüler anhand zahlreicher

Exponate Eindrücke von dieser Kriegszeit vermittelt bekamen, die sie wohl nicht

so schnell vergessen werden.

Ingolstadt wurde ab 1828 unter König Ludwig

I. zur bayerischen Landesfestung ausgebaut, als zentrales Bauwerk entstand

damals das Reduit Tilly. Diese mächtige halbrunde Feste zählt heute zu den

schönsten noch komplett erhaltenen Wehrbauten Deutschlands. In den 34

Kasematten der Reduits werden die Vorgeschichte, der Verlauf und die Folgen des

Ersten Weltkriegs dargestellt, wobei nicht nur Bilder und Ausstellungsstücke

präsentiert werden, sondern auch kurze Filme gezeigt und originale

Ausrüstungsgegenstände wie etwa eine Gasmaske oder ein Stahlhelm selbst

aufgesetzt werden können.

Dies alles wurde den Neuntklässlern im Rahmen

einer zweistündigen Führung präsentiert. Zu Beginn ging es in den ersten Räumen

um den Weg in den Krieg, anschließend wurden der Kriegsausbruch und die ersten

Kämpfe im Westen und Osten erläutert, bei denen sich bald zeigte, dass ein

schneller Sieg unmöglich war, weshalb der mörderische Stellungskrieg begann.

Besonders dieser Stellungskrieg, der für den Ersten Weltkrieg typisch war, und

der Alltag an der Front wurden in den folgenden Ausstellungsräumen sehr

authentisch dargestellt und die Burglengenfelder Schülerinnen und Schüler

konnten sich selbst hineinversetzen, was in einem „normalen“ Geschichtsunterricht

so nicht möglich wäre. Besonders in einem nachgebauten Schützengraben mit

Stacheldraht, Beobachtungsposten und Maschinengewehr 08/15, das die

gegnerischen Soldaten „niedermähen“ konnte, wurde die permanente Todesgefahr

der Soldaten an der Front deutlich spürbar und fühlbar.

In den folgenden Kasematten führte die

Ausstellung anhand eines Filmes mit Originalaufnahmen der Schlacht um Verdun sowie

einer begehbaren Karte der Schützengräben deutlich das Ausmaß der

Materialschlachten, die für diesen Krieg kennzeichnend waren, vor Augen. Mit

einem riesigen Materialaufwand an Kanonen, Granaten und Giftgas wurde von

beiden Seiten immer wieder der Versuch unternommen, die Gräben des Gegners zu

durchbrechen, was allerdings nie gelang, sondern stets zu hunderttausenden

Toten führte.

Auch die Auswirkungen des Ersten Weltkriegs

in der Heimat wurden gezeigt, so wurden viele Kirchenglocken eingeschmolzen,

damit aus ihrem Metall Kanonen gegossen werden konnten und alle Frauen und

Mädchen mussten ihre langen Haare abschneiden und abliefern, da auch diese für

die Kriegsproduktion benötigt wurden. Im letzten Raum wurden die Folgen des

Ersten Weltkriegs thematisiert, dieser forderte etwa zehn Millionen Todesopfer,

davon waren etwa zwei Millionen Deutsche, was allen Burglengenfelder

Realschülern nochmals die Schrecken des Krieges drastisch vor Augen führte.